Sammlung F. Victor Rolff

Friedrich Victor Rolff (28.6.1934 - 15.2.2012)

Bergwerks-Direktor A.D.
Herr auf Burg Gladbach

Friedrich Victor Rolff war eine starke Persönlichkeit mit unterschiedlichen Interessen und Facetten: In jungen Jahren begeisterter Rennfahrer, später verantwortungsvoller Bergwerksdirektor und Unternehmer, Land und Forstwirt sowie Kunstliebhaber.


Aufgrund seiner Herkunft war er zeitlebens eng mit der Stadt Köln und dem Rheinland verbunden. Sowohl mütterlicher- als auch väterlicherseits legte man ihm das Unternehmer- und Mäzenatentum in die Wiege. Er war Urenkel von Peter Josef Früh, der im Jahr 1904 die Früh Kölsch Brauerei gründete, die auch heute noch in fünfter Generation als Familienunternehmen geführt wird, und Enkel von Victor Rolff, ein visionärer Unternehmer im rheinischen Braunkohlebergbau, der sich als Mäzen vieler Projekte im Rheinland auszeichnete. Friedrich Victor Rolff prägten nicht nur die großen Umbrüche der Zeit, in die er hinein geboren wurde, sondern auch das großbürgerliche Umfeld, in dem er aufwuchs. Der frühe Verlust seiner Eltern forderte und prägte ihn in besonderer Weise. Technikbegeistert und von Motoren fasziniert war der Rennsport seine große Leidenschaft. Ihn reizten als junger Mann die Risiken des Rennsports, die es einzugehen und zu kontrollieren galt, sowie der sportliche Wettkampf. Er selber führte hierzu aus (aus dem Vorwort seiner Alben):  

"Die Waldwege rund um Pompelbusch eigneten sich als Rennstrecke immer weniger, die PS nahmen zu, die Konkurrenz blieb zurück, die Suche nach neuen Möglichkeiten begann. Aber die Familie! - ? Trotzdem: "Es begann mit einem kleinen Porsche" Am 10. Mai 1953 fuhr der Porsche-Club Köln den ersten Lauf zu seiner Clubmeisterschaft auf dem Nürburgring aus. An diesem Tag begann die große Liebe zu schnellen Boliden, sportlichem Fahren und Rennstrecken, die großes Können und viel Herz verlangten. An diesem Tage beginnt auch dieser Bericht. Sportlicher Wettkampf, hartes Training tagelange Arbeit der Vorbereitung, manche Niederlage und die glücklichsten Stunden des Erfolges waren Meilensteine auf dem Weg zum Ziel. Zu welchem Ziel? Jedenfalls: Es begann am 10. Mai 1953 mit einem kleinen Porsche auf dem Nürburgring..."  

Seine größten Erfolge als Rennfahrer errang er in den Jahren 1954 und 1955, zunächst in einem Porsche 356 in der Klasse bis 1.300 ccm auf seiner Heimatstrecke, dem nahegelegenen Nürburgring. Am 23. Mai 1954 gewann er dort das 17. Internationale ADAC-Eifelrennen und stellte mit 106,3 km/h einen neuen Klassenrekord auf. Außerdem gewann er am 19. September 1954 den großen Preis von Berlin, anlässlich des internationalen Avus-Rennens des AvD, bei dem er mit durchschnittlich 158,6 km/h die schnellste Runde fuhr. Nicht nur aufgrund dieser Erfolge wurde er in diesem Jahr in der Klasse Seriensport- und GT-Wagen bis 1.300 ccm deutscher Meister. Mit seinem besten Freund Wolfgang Graf Berghe von Trips, dessen Familie die Burg Hemmersbach in Kerpen-Horrem bewohnte, erhielt er im gleichen Jahr zahlreiche Ehrungen, von denen eine die Große Sportplakette der Stadt Köln war. Andiese Erfolge konnte er auch im Folgejahr anknüpfen, in dem er im Porsche 356 und 550 die deutsche Meisterschaft in der Klasse GT bis 1600 ccm gewann.  

Von seiner Passion als Rennfahrer verabschiedete er sich, als ihn seine Familie im Unternehmen, das sein Großvater aufgebaut hatte, brauchte. Eine schwierige Herausforderung wartete auf ihn. Mit Stärke, Leidenschaft und Geradlinigkeit übernahm er die Führung des Familienunternehmens mit seinem Braunkohleabbau, Brikettfabriken und Kraftwerken. Frühzeitig erkannte er, dass sich eine Industrietradition dem Ende zuneigte und fand einen Neuanfang. Das Unternehmen mit seinen mehr als 1.400 Mitarbeitern zu schließen, fiel ihm nicht leicht, auch wenn alle Mitarbeiter eine neue Beschäftigung fanden. Er hatte den Mut, diesen schweren Weg zu wählen, in sozialer und traditioneller Verantwortung gegenüber seiner Familie, den Mitarbeitern sowie dem Umfeld, für das er sorgte. Weitblickend und risikofreudig ging er dabei seinen Weg.  

Ebenso bewegte ihn seine Liebe zur Natur zu außergewöhnlichen Taten. Als er seinen geliebten Landsitz in Pompelbusch im Bergischen Anfang der 1970er Jahre aufgeben musste, um dem Bau der großen Dhünntalsperre zu weichen, zog er von dort mit ca. 14.000 Bäumen um, die er auf Burg Gladbach in den wunderschönen ca. drei Hektar großen Park pflanzte. In einem gewaltigen Kraftakt baute er die dortigen Gebäude grundlegend um und erweiterte seinen landwirtschaftlichen Betrieb sukzessive. Dieser gehörte später zu den größten in der Region. In seiner Burg, die er liebevoll, sorgfältig und bedacht einrichtete zeigte sich seine Liebe und sein großes Interesse an der Kunst sowie antiken Möbeln und Teppichen.  

Weitblickend - Visionär, der er war - gründete Friedrich Victor Rolff bereits im Jahr 1995 seine Stiftung in der Absicht, das, was er über Jahrzehnte mit großer Liebe aufgebaut und bewahrt hatte, dauerhaft zu erhalten und die daraus erwachsenden Früchte für gemeinnützige Projekte in der Region, die ihn prägte, einzusetzen.


Sammlung F. Victor Rolff

Auktion: November 2013