Ernst Seger

1868 Neurode/Schlesien - 1939 Berlin

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Biografie Ernst Seger

Der in Schlesien geborene Bildhauer verlässt mit 19 Jahren die Heimat und wechselt auf die Kgl. Kunst und Gewerbeschule nach Breslau. Hier studiert er zunächst unter Robert Härtel und ab 1886 im Meisteratelier von Christian Behrens. Mit Behrens zusammen schafft er auch erste Großplastiken, wie die Fassadenplastiken für das
Verlagshaus Georg Hirt und das Reichsgericht, beides in Leipzig.
Erste größere Auftragsarbeiten erhält er ab Ende der 1880er und Anfang der 1890er Jahre, darunter das Kriegerdenkmal von 1891 in Essen. Bekanntheit erlangt Seger allerdings später mit seinen weiblichen Aktdarstellungen. 1893/4 reist er nach Paris, wo an der privaten Académie Julian und im Atelier von Auguste Rodin ausgebildet wird. Hier verfeinert sich, entgegen des Impressionismus Rodins, Segers Stil, der zunächst auf neubarocken Feilern stützte, zunehmend in die Richtung des Jugendstils und des Symbolismus. Seine wichtigste Arbeit zeigt er 1898 auf der Großen Berliner Kunstausstellung. Die Großplastik eines nackten Mädchens mit ausgebreiteten Armen, genannt Die Jugend, ist auch sein erfolgreichstes Kunstwerk. Fortan entstehen zahlreiche
Tänzerinnen und weibliche Aktfiguren, deren Modelle er aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten an Gießereien wie Gladenbeck, Berlin, verkauft und die dann in großer Stückzahl vertrieben werden.
Auf der großen Berliner Kunstausstellung von 1912 wird er für die Figur Die Siebzehnjährige mit der goldenen Medaille für Kunst ausgezeichnet.
Seine naturalistischen Arbeiten finden in den 1930er Jahren großen Anklang bei den Nationalsozialisten. In dieser Zeit fertigt er u. a. viele Plastiken von Sportlern, Arbeitern und auch Büsten u.a. für Lauchhammer, Rosenthal, Kunstabteilung Selb oder die Karlsruher Majolika (Hitler-Büste).
1937 bis 1939 ist er auf der Großen Deutschen Kunstausstellung mit insgesamt 7 Werken vertreten, drei davon kauft Adolf Hitler an (Kraftgefühl, 1937; Lebenskraft und Gewichtheber, 1938).
Ernst Seger ist Mitglied der Allgemeinen Deutschen Kunstgenossenschaft und im Verein Berliner Künstler.

Erhaltene Werke unter anderem:
- Storchenbrunnen, 1931, Berlin-Tempelhof
- Figurengruppen Kampf und Sieg, Bismarck-Brunnen, Breslau
- Speerwerferin, Bronze, 1938, Grugapark Essen
- Kriegerdenkmal, 1891, Essen
- Sportkameraden, Bronze, 1936, Gummersbach
- Kaiser Wilhelm Denkmal, 1907, Neurode
- Jugend, Bronze, 1925, Villa Hügel (seit 1953 verschollen) und Nürnberg

Überblick über die bei VAN HAM versteigerten Werke von Ernst Seger: