Jan van Goyen

1596 Leiden - 1656 Den Haag

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Biografie Jan van Goyen

Holländischer Maler, Zeichner. Ausb. ca. 1606-18, u.a. bei Coenraet van Schilperoort, Isaac van Swanenburg in Leiden, Willem Gerritsz in Hoorn und Esaias van de Velde in Haarlem; zwischenzeitliche Frankreichreise. 1618 Meister in Leiden, ab 1632 in Den Haag tätig (Mitglied, Obmann der Lukasgilde). Bereist wiederholt Holland und die südliche Niederlande. Wirtschaftlicher Ruin durch Spekulationsverluste (»Tulpomanie«, 1636/37). - Goyen gilt als einer der bedeutendsten Landschaft-Maler der N-Niederlande des 17. Jahrhunderts Malt Fluss-, Strand- und Küsten-Landschaft, oft mit Booten (Zwei Fischer auf dem Fluss, 1627, New York, City AG), sowie teils panoramahafte Dorf- und Stadtansichten (Dorfansicht, 1626, Leiden, De Lakenhal; Arnhem von Nordwesten, 1640, Amsterdam, Rijksmuseum ), häufig mit ländlichen Genreszenen. Anfangs von Esaias van de Velde beeinflusst, folgt Goyen in Erzählweise und üppigem Kolorit der flämischen Tradition, verwendet auch das Rundformat und malt öfter Pendants, bevorzugt Winter- und Sommer-Darstellung (Winter bzw. Sommer am Fluß, 1643, Dresden, Gemäldegalerie). Die späteren Arbeiten sind charakteristisch durch Dreiecks-Komposition mit tiefem Horizont und Kumuluswolken sowie einer auf Gelb- und Brauntönen basierenden, teils monotonen Palette mit ausgearbeiteten Licht-Schatten-Effekten, besonders in den 1640er Jahren, später zugunsten eines natürlichen Kolorits wieder erweitert. Erhalten sind außerdem zahlreiche Zeichnung (Feder, Tusche, Kreide), die Goyen als aufmerksamen Beobachter und einfallsreichen Natur- und Figurenschilderer ausweisen.

Steppes, Michael; Schaller, Andrea: Seemann Künstlerlexikon. Leipzig, 2012: E.A. Seemann Verlag.

Überblick über die bei VAN HAM versteigerten Werke von Jan van Goyen:

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