Regimentsteller der Reitergarde 39191-43391, Auktion 380 Los 1055, Van Ham...
Regimentsteller der Reitergarde aus unserer Rubrik: Porzellan
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KPM

Berlin

Europäisches Kunstgewerbe am 19.11.2016, Los 1055, Ergebnis: € 7.095 (inkl. Aufgeld)

REGIMENTSTELLER DER REITERGARDE.
KPM. Berlin. 2. Hälfte 19. Jh. Nach einem Teller aus einer Serie der Regimentsteller für Friedrich Wilhelm III der St. Petersburger Porzellanmanufaktur.

Porzellan, farbig und gold staffiert. Fahne in Gold mit feinem, radiertem Dekor den russischen Doppeladler und - dem Bildmotiv
entsprechend - Helm, Waffen und Instrument zeigend. Im Spiegel zentral ein Trompeter der
Reitergarde zu Pferde, ein weiterer im Hintergrund. ø 24 cm.
Roter Reichsapfel KPM, AI (kyrill.) mit Krone auf Glasur in der Art der St. Petersburger Porzellanmanufaktur Periode Alexander I, 1829, bezeichnet 'Trompette du Reg. de la Garde à cheval', VIII. Zustand B.

Literatur:
- Ausst.-Kat: A Taste for Splendor: Russian Imperial and European Treasures from the Hillwood Museum, Alexandria, Virginia 1998, S.241f.
- Ausst.-Kat.: Kaiserlicher Kunstbesitz aus dem holländischen Exil Haus Doorn - Staatliche Schlösser und Gärten Berlin, Berlin 1991, S.194-198.

Der hier vorliegende Teller gehört allem Anschein nach zu einer Gruppe von Kopien der Manufaktur KPM Berlin von russischen Originalen der kaiserlichen Porzellanmanufaktur St. Petersburg. 38 davon befinden sich heute in der Sammlung des Museums Haus Doorn in den Niederlanden. Haus Doorn war seit 1919 Wohnort des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II und der Kaiserin Auguste Viktoria im holländischen Exil.
Im September des Jahres 1919 trafen zahlreiche Möbelwagen und Waggons mit Gebrauchs- und Kunstgegenständen für den abgedankten Kaiser ein, welche aus den Inventaren der preußischen Schlösser stammten. Neben Silber und Gemälden fanden sich darunter eine große Sammlung von Tellern mit russischen Militärdarstellungen aus dem Ende der Regierungszeit Zar Alexander I. Dessen Nachfolger Zar Nikolaus I hatte sie seinem Schwiegervater König Friedrich Wilhelm III von Preußen zum Geschenk gemacht. Dieser schätzte sie so hoch, dass er über 200 davon als "Gemälde eingerahmt in vergoldeten reichverzierten viereckigen Rähmen" im Neuen Pavillon in Charlottenburg ausstellte (Kunstbesitz (1991), S.197). Die hohe Wertschätzung dieser Teller erklärt vermutlich auch die Existenz der Serie von Kopien in der Sammlung des Hauses Doorn. Neben der goldradierten Fahne und der jeweiligen Darstellung auf dem Spiegel, wurden bei allen auch die russischen Manufakturmarken, alle Aufschriften wie die kyrillischen Signaturen und die Bezeichnungen der Darstellungen nachgeahmt. Mehrheitlich tragen diese Teller die rote KPM Marke, manche auch mit Reichsapfel, einige Wenige zusätzlich die unterglasurblaue Zeptermarke (ebd. S.198).

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Auktion 380. Europäisches Kunstgewerbe,
19.11.2016, Los 1055,
Taxe: € 4.000
Ergebnis: € 7.095 (inkl. Aufgeld)

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