Eduard von Gruetzner - Der nachdenkliche Kellermeister, 69438-1, Van Ham Kunstauktionen
Eduard von Grützner: Der nachdenkliche Kellermeister aus unserer Rubrik: Gemälde Neuerer Meister
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Eduard von Grützner - Der nachdenkliche Kellermeister

1846 Großkarlowitz - 1925 München

Fine Art
am 02.06.2021, Los 1098
Taxe: € 10.000
Ergebnis: € 11.610
(inkl. Aufgeld)

GRÜTZNER, EDUARD VON
1846 Großkarlowitz - 1925 München


Titel: Der nachdenkliche Kellermeister.
Technik: Öl auf Leinwand.
Maße: 44 x 36cm.
Bezeichnung: Signiert und datiert oben rechts: Ed. Grützner / 90 / (...).
Rahmen/Sockel: Rahmen.

Literatur:
L. Balogh: Eduard von Grützner 1946-1925. Ein Münchener Genremaler der Gründerzeit, Mainburg 1991, S. 172, Wvz.Nr. 86 mit Abb.

Provenienz:
Privatbesitz, Deutschland.

Neben Carl Spitzweg und Franz von Defregger zählt Eduard von Grützner zu den bedeutendsten Genremalern in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im süddeutschen Raum. Eduard von Grützner, der aufgrund seiner zahlreichen Darstellungen des klösterlichen Lebens den Spitznamen des "Mönchsmalers" trug, war laut Aussagen von Zeitzeugen und der aktuellen Forschung ein sehr geselliger Zeitgenosse, dessen Unterhaltsamkeit und Herzlichkeit von seinen Freunden und Bekannten, darunter Schauspieler, Sänger, Künstlerkollegen, stets geschätzt wurde. Diese Eigenschaften lassen sich auch in seinen Werken ablesen, wie die hier angebotenen drei Werke Grützners exemplarisch zeigen. Mit den Losen, die alle in dem Werkverzeichnis von László Balogh aufgeführt sind, können wir drei Hauptcharaktere innerhalb Grützners Oeuvre in dieser Auktion anbieten: Den Falstaff, die Kardinäle und den klösterlichen Kellermeister.

Grützners großes Talent für Genrehaftigkeit kommt dabei in jedem einzelnen Werk zum Ausdruck.
Der in Los 1098 dargestellte, nachdenkliche Kellermeister sitzt mit gefalteten Händen in einem Sessel, eine fast aufgerauchte Zigarre hält er zwischen seinen Lippen, ein großer Bierkrug ist neben ihm auf dem Tisch abgestellt. Mit müden, in sich gekehrtem Blick schaut er in unsere Richtung. Durch diese narrativen Sequenzen, die nur noch zusammengefügt werden müssen, wird uns bereits eine ganze Geschichte erzählt. Grützners Portraits von Kellermeistern - aber auch die von Mönchen und Priestern - sind somit echte Alltagsschilderungen, in denen die eigentlichen Laster der Protagonisten nicht als Schwäche, sondern vielmehr als sympathische Menschlichkeit auf die Leinwand gebracht werden.
Los 1099 zeigt die vom Künstler in zahlreichen Portraits aufgegriffene literarische Figur des Falstaffs in gewohnt wohlgefälliger Pose mit rötlich glänzendem Mondgesicht, weißen Löckchen und dem typischen Bärtchen. Mit kleinen Pinselstrichen und der damit kreierten Wesenszüge erschafft Grützner einen fast schon klassischen Typus, der dem oder der Betrachtenden - trotz der ursprünglich negativ konnotierten Eigenschaften - freundlich gegenübertritt.
Ähnlich freundlich - und somit nahbar - stellt er das "Trio in Rot" (Los 1100) dar, das aus drei an einem Tisch sitzenden Kardinälen besteht. Grützners Geistliche wirken dabei weniger wie strenge Kirchenväter, sondern vielmehr wie Klosterbrüder, die über ihren Glauben hinaus auch durch eine enge Freundschaft verbunden sind. Von den anderen, immer wieder aufgegriffenen Charakter-Figuren aus Grützners Oeuvre unterscheiden sich die Kardinäle insofern, als dass sie sich in prunkvollen Gemächern - und nicht in Kneipen, Bibliotheken oder Weinkellern - befinden. Damit einhergehend sind die unterschiedlichen Rot-Töne der Stoffe, die sich in den Darstellungen der Kardinäle wiederfinden: Das Purpur der Gewänder der Männer, das Blutrot der Tischdecke aus Samt und das helle Rot des Teppichs. Betont werden die Farben zudem durch den dunklen Hintergrund, in dem Grützner ein gehobenes Interieur mit der für den Künstler typischen höfischen Jagdszene auf einer Tapisserie darstellt. In unserem Gemälde kommt zudem durch die im Hintergrund platzierten Kunstgegenstände und der prominent in der Bildmitte platzierten Obstschale Grützners Talent als Stilllebenmaler zum Ausdruck.
In allen drei hier angebotenen Arbeiten gelingt es dem Künstler wieder einmal, sich in das Wesen der dargestellten Personen hinzuleben, den psychologischen Moment zu erfassen und diesem auf seine humoristische Art mit großem künstlerischen Können über die Zeiten hinweg zu vermitteln.


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VAN HAM erzielt regelmäßig sehr gute Ergebnisse für Werke von Eduard von Grützner.

466. Fine Art,
am 02.06.2021, Los 1098
Taxe: € 10.000
Ergebnis: € 11.610
(inkl. Aufgeld)

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