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Sigmar Polke - Auktion 300, Los 204

1941 Oels/Niederschlesien - 2010 Köln

Moderne und Zeitgenössische Kunst
am 31.05.2011, Los 204
Taxe: € 100.000
Ergebnis: € 141.900
(inkl. Aufgeld)

Polke, Sigmar
1941 Oels/Niederschlesien - 2010 Köln

Ohne Titel (Interferenzbild, Blau). 1999. Interferenzfarbe auf Papier. 199 x 150cm. Signiert und datiert unten rechts: Sigmar Polke 99. Sowie Widmung. Rahmen.
Im Rahmen beschrieben

Provenienz:
Atelier des Künstlers
Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen

"Und wundere dich nicht, daß es eine unkörperliche Form gibt. Denn sie ist wie die des
Wortes. Und auch auf den Bildern sieht man Berggipfel, die zwar steil herausragen, aber in
der Bildwirklichkeit vollkommen glatt und eben sind." (Corpus Hermeticum XI 17)

Lässt man sich auf die Interferenzbilder Sigmar Polkes ein, ist ihre Wirkung immens. Dies
kann man besonders bei unserem Bild erfahren. Denn wechselt man seinen Standort auch nur
ein klein wenig, so kann man darin immer wieder Anderes, Neues entdecken. Und durch das
sehr große Format sind wir irgendwie mitten drin.

Was immer man sehen mag - der Schein trügt: Es gibt keine hohen Grate, keine tiefen Krater
und Furchen, keine Ferne und Nähe. Was es wirklich gibt, sind Papier und sich überlagernde
dünne Farbschichten. Da ist das schwarze Tonpapier, da sind intensiv leuchtende und
perlmuttartig bzw. metallisch-transparent schimmernde blau-weiße Partien, die sich
verweben und vom oberen zum unteren Bildrand bewegen.

Und gerade die Spannung zwischen der
dunklen Gleichförmigkeit und der nuancierten Farbigkeit einerseits sowie zwischen der
stagnierenden Schwere des Malgrundes und der fließenden Dynamik der lebendigen
Oberflächenstruktur andererseits verleiht der Komposition ihren eigenartige Reiz.

Während seiner gesamten Schaffenszeit setzt sich Sigmar Polke mit der Frage auseinander,
was ein Bild eigentlich ist. Mit seinem scheinbar unerschöpflichen Ideenreichtum und mit
einer ungeheuren Experimentierfreudigkeit sucht er eine Antwort zu finden. Bei den
Interferenzbildern stellt er das Medium Farbe in den Mittelpunkt seines Interesses. Er
gießt sie auf den Malgrund (Leinwand oder Papier) und bringt so wahllose Farbverläufe
hervor. Um dabei die Materialität und schwingende Erscheinungsformen der Farbe zu
untersuchen, setzt er unkonventionelles Malzeug, chemische Substanzen und giftige Stoffe
ein. Auf diese Weise erreicht Polke das magische Leuchten, die rätselhafte Stofflichkeit
und die geheimnisvolle Tiefe dieser Arbeiten, die uns immer wieder in ihren Bann ziehen.

Profilbild Robert van den Valentyn

Ansprechpartner/Ansprechpartnerin

Robert van den Valentyn

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300. Moderne und Zeitgenössische Kunst,
am 31.05.2011, Los 204
Taxe: € 100.000
Ergebnis: € 141.900
(inkl. Aufgeld)

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