Europ. Kunstgewerbe und Schmuck
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MUSEALE GROßE PENDULE URANIA.
Paris. Um 1820. Das Werk von Bailly et fils. Das Modell wohl von Janet.
Bronze patiniert bzw. vergoldet. Emailzifferblatt. Auf reliefiertem Sockel vollplastische Figur der Muse der Astronomie, ihren Arm auf eine
mit fünfstrahligen Sternen und Sternzeichen verzierte, von vier Sphingen gehaltenen
Himmelsglobus gelegt. In ihrer Hand einen Zirkel und ein Fernrohr haltend. Römische
Ziffern. 14-Tage-Pendulewerk mit Fadenaufhängung und Halbstundenschlag auf Glocke. Höhe 93cm. Zustand B.
Provenienz:
Peter Pröschel, München.
Literatur:
Loomes: Meister siehe S.33.
Hans Ottomeyer und Peter Pröschel. Vergoldete Bronzen, Bd. 1. München 1986. Modell abgebildet S. 395, Abb. 5.18.6.
Neben der nahezu monumentalen Größe besticht diese Pendule durch die hohe Qualität der Vergoldung und Ausformung. Somit kann sie als ein Meisterstück der Pariser Handwerkskunst angesehen werden.
Weitere bekannte Exemplare dieser Uhr befinden sich im Bayrischen Nationalmuseum, im Grand Trianon in Versailles und im Warschauer Schloss.
Urania ist die Muse der Sternkunde in der griechischen Mythologie, als ihre Attribute gelten Himmelsglobus und Zeigestab. In der Spätantike vertrat Urania nach pythagoreischer Vorstellung den Fixsternhimmel und hatte somit die höchste Stellung in der Sphärenharmonie.
Äußerst interessant ist auch die Darstellung des Sockelreliefs. Im linken Bildfeld sehen wir vor einer Pyramide liegend die Personifikation des Nils, also ein Hinweis darauf, dass wir uns in Ägypten befinden. Auf der gegenüberliegenden Seite steht eine Vielzahl von Gelehrten, wohl Griechen, die den Worten von Eratosthenes, dem Begründer der wissenschaftlichen Geographie, lauschen. Ihm zur Seite stehen Urania und der Genius des Lebens.
Eratosthenes (ca. 276-194 v.Chr.) betätigte sich als vielseitiger Wissenschaftler und befasste sich mit Mathematik, Geographie, Astronomie, Historie, Philosophie und Dichtkunst. Über 50 Jahre leitete er die Bibliothek von Alexandria, die wohl bedeutendste Bibliothek der Antike. Seine auf genauen Messungen beruhende Berechnung des Erdumfangs gehört zu den bedeutendsten wissenschaftlichen Leistungen des Altertums.
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