Decorative Art
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FOLGE VON SECHS GROßEN GLIEDER-KRIPPENFIGUREN.
Alpenländisch.
Datierung: 18.Jh.
Technik: Tanne geschnitzt und tlw. polychrom gefasst.
Beschreibung: Eine weibliche und fünf männliche Figuren mit grob geschnitzten Körpern sowie etwas feiner
geformten Gesichtern und Extremitäten. Schuhe, Gesichter und Haare vereinzelt farbig
akzentuiert.
Maße: Höhe ca. 78 bis 82cm.
Die Ausbreitung der Weihnachtskrippe in der Form der relativ kleinfigurigen dreidimensionalen Szenarien entfaltete sich in der 2. Hälfte 16.Jh zu einer volkstümlichen Erscheinung. Die Darstellungen waren jedoch nicht nur auf die Weihnachtsgeschichte beschränkt, sondern stellten auch als Jahres- oder Fastenkrippen mit großfigurigen Szenarien Passionsdarstellungen wie Kalvarien- oder Ölberge dar.
Mit Loslösung der Plastik von Nische und Rückwand und im Bestreben das Geburtsgeschehen in seinen historischen Details und in seiner ideellen Bedeutung anschaulich zu vergegenwärtigen entfaltet sich im Laufe der Zeit um Krippe und Jesuskind zunehmend eine reichere Figurengruppierung und Szenerie.
Die Figuren wurden dabei in aufwendig gestaltete Landschaften gesetzt. Ab Beginn des 17.Jh wird manchmal von einem "Berg" gesprochen der als Schauplatz des weihnachtlichen Geschehens diente.
In kompakter fixierter Aufstellung sprach man hier oft von "Bethlehem".
Die Figuren waren meist aus Holz geschnitzt sowie aus Wachs oder Ton geformt, Gewänder können mitmodelliert oder aufkaschiert sein. Seit dem 18.Jh. überwiegen die beweglichen, bekleideten Puppen.
Die europäischen Krippenlandschaften sind vor allem in Tirol, Altbayern und Schwaben sowie Polen und Spanien zu verorten. Entstanden ist die Krippe aber wohl zweifellos in Italien. Die größte Blüte erfuhr sie hier in der römischen und napoletanischen Krippenkunst des 18.Jh.
Literatur:
- Krafft, Barbara: Traumwelt der Puppen, München 1991, S.111ff.
- Krippen im Bayerischen Nationalmuseum (Ausstell.-Kat.), München 1972
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