1912 Hagen -
Moderne Kunst / Zeitgenössische Kunst
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Schumacher, Emil
1912 Hagen - 1999 San José/ IbizaOhne Titel. Mischtechnik. Karton. 79,5 x 59,1cm. unten rechts Schumacher 58: Rahmen.
Provenienz:
Privatsammlung, Essen
"Wenn ich male, bin ich immer sehr fiebrig angespannt; ein Willensakt, bei dem ich zwischen Gefühl und Verstand schwebe. Das Bild, das ich male, entnehme ich der Natur, ohne mich daran zu binden. Sie ist nur der Anlaß, das nicht sichtbare Hintergründige darzustellen. Ich taste mich langsam vorwärts, ohne daß ich im einzelnen weiß, wohin es führt. Nur das gesamte Bild kenne ich zu jeder Zeit der Arbeit. ... Ich habe kein Schema nach welchem ich male, alles ist mir recht, um zum Resultat zu kommen. Kristallisiert sich eine Methode heraus, so soll man aufhören, denn damit kommt die Routine und Langeweile." (Schumacher, in Ausst.-Kat. Kunstmuseum Hannover mit Sammlung Sprengel u.a. 1982/83, S. 26)
Um 1951 wagt Emil Schumacher den ersten Schritt zu noch unbekannten Ausdrucksmöglichkeiten. Weder Vorstellung, noch Idee oder Konzept bestimmen seine abstrakte Malerei; allein Erlebnis und Empfindung leiten und verbinden sein künstlerisches Tun. Stets geht Schumacher das Bild unmittelbar an. Dabei kommt es jedesmal zu einer Begegnung mit dem Material - tastbar, erdhaft, mit den Händen zu be- und verarbeiten -, dem er oft "den Willen lässt", so dass er nicht gegen, sondern mit ihm arbeitet.
Das beginnt schon mit der Grundierung. Sie dient ihm nicht als eine vorbereitende Malschicht, vielmehr ist sie ein wesentlicher Bestandteil des später gültigen Werkes. Denn durch die sich zufällig ergebenen Strukturen wird er zum Handeln herausfordert. Bei dem hier vorgestellten Gemälde ist dies das intuitive Auftragen von pastoser oder lavierender Farbe. Neben dem sinnlichen Erlebnis des Materials besitzt sie auch emotionale Kräfte, die ihn zu weiterem Tun stimulieren. So fügt er mal zögernd und zart, mal hastig und gebrochen, aber immer mit äußerster Konzentration Linien in Form von Ritzungen hinzu. Sie geben Richtungen vor, grenzen etwas ein und zugleich etwas aus. Dergestalt entstehen Durchblicke, Akzente und Kontrapunkte. Wie die Farbe führt auch die Zeichnung ein Eigenleben in einem Zwischenbereich von Gegenständlichkeit und Abstraktion. Aus dem wechselvollen Dialog von Farbe und Linie, Form und Antiform entsteht die werkimmanente Harmonie, die verschiedenste Assoziationen zulässt. Ohne direkten Bezug zur optisch wahrnehmbaren Realität geht das künstlerisch Gewachsene unter die Oberfläche und dringt in tiefere Schichten.
Bis ins hohe Alter schafft Emil Schumacher solche Werke von eruptiver Kraft und starker Wirkung, denen sich kein Betrachter entziehen kann.
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