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Hilfestellung gibt ihm dabei die Münchner Vereinigung von Künstlern und Theoretikern ZEN 49, die den Schritt nach vorn ins ungewisse Neue proklamiert und zum Bruch mit denen, die „rückwärtsblickend auf der Stelle treten“ (Rupprecht Geiger), aufruft. Diese zugleich künstlerische wie auch politische Haltung ist bestrebt, von der unmittelbar gemachten Erfahrung der NS-Diktatur und des Krieges abzuheben; denn ein konkretes Aufarbeiten und Abrechnen mit der jüngsten deutschen Vergangenheit hieße für die Künstler eine inhaltliche Beschäftigung mit dieser Unkultur in ihren Werken. Stattdessen beziehen sie einen Standpunkt jenseits von Ideologien. Für Thieler ist es etwas „Prinzipielles, das aus der Nachkriegszeit kam. Wir sind angetreten mit der absoluten Verurteilung der Ideologen ... Und es ist natürlich schwierig, ohne Ideologien zu leben, es bedeutet einfach, ohne Sicherheit zu leben ...“ Seine Generation habe versucht, sich „nicht an irgendetwas anzuschließen, sondern nur eine eigene von uns und für uns anerkannte Gültigkeit mit aller Unsicherheit in unseren Bildern zu finden ...“
Auch für Thieler vollzieht sich Anfang der 50er Jahre eine neue Sichtweise auf die Malerei, auch er experimentiert mit ihren Mitteln und betreibt das Malen als ‚forschendes Tun‘. Die Ikonomachie der Informellen bedeutete ihm die Entleerung der Malerei von überkommenen Inhalten und Formen, das Erreichen eines Nullpunktes, von wo aus sie individuell neu belegt werden kann. Er befreit sich von seiner künstlerischen Vergangenheit, das heißt, den Gegenständen und Inhalten; das informelle Konzept bedeutet seinen Neuanfang dahingehend, dass Malerei für ihn zu Kommunikation an sich wird. Entstanden aus dem sozialen Bedürfnis eines gegenseitigen Mitteilens auf visuelle Weise und in dieser Funktion zu höchster Form gelangt, befindet sich die Malerei wieder einmal an einem Punkt ideologischer Überfrachtung, die ihrer Natur zuwiderläuft. Demgegenüber besteht die Gefahr des totalen Bedeutungsverlustes, eines Abgleitens ins Beliebige, was die dekorative Form zur Folge hat.
Malerei dient dem Dialog, ist ein Verständigungsmittel, Malerei als Sprache muss verständlich sein, „sich nach bestimmten Gestalten und Leitthemen ausarbeiten, die zu Modellen gerinnen, welche man, mangels eines besseren Wortes, als Formen bezeichnet. Aber wenn Form, dann, in dem Sinne, dass sie den ganzen Spiel raum ihrer vollkommen unbegrenzten, unvorhersehbaren und überquellenden Strukturenentwicklung einbezieht.“ (Jaroslav Serpan).
Thieler setzt diesen Dialog kunstimmanent in Gang und führt ihn mit bildnerischen Mitteln, allen voran der Farbe, als Analogon zum unvermittelten menschlichen Zwiegespräch. Dialog meint ein Tun, das der Mitteilung, dem Austausch, der Erkenntnis dient, stellt eine elementare Daseinsäußerung dar. Ihm eine adäquate Form zu geben, ist der Inhalt Thielers Malerei. „Maler sein, heißt für mich, die Existenz eines Zeitgenossen zu führen, der den Hauptteil seines Daseins mit dem Versuch verbringt, die Impulse seines Lebens: Anregungen wie Depressionen, Intuitionen wie berechnende Überlegungen, Reaktionen aus Einzelergebnissen wie Erlebnisketten malend aufzuzeigen — oder im Malvorgang zu gewinnen. Malen bedeutet für mich, die Erfahrungsanalogien und -differenzen zu registrieren und ein Ergebnis zur Entstehung zu bringen, das, aus dem Malprozess entlassen, für den Betrachter wie für den Maler selbst sich als Reflexion menschlichen Daseinserlebnisses darstellt und anbietet.“
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