1891 Berlin -
Moderne Kunst / Zeitgenössische Kunst
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June 6, 2013,
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Grosz, George
Berlin 1891 - 1959
Tanzbar, Berlin. 1920. Tuschfederzeichnung und Bleistift auf Büttenkarton. 44 x 28,2cm. Signiert unten rechts: GROSZ. Verso unten links Nachlassstempel mit der eingetragenen Nr.: 3-53-4. Hier zudem bezeichnet: 1920; Lu Nr 1271; TR 1479.452. Rahmen.
George Grosz ist Maler, Bühnenbildner, Lehrer und Schriftsteller, - allem voran ist er
aber immer Zeichner. Das gilt insbesondere für seine Jahre in Berlin von 1912 bis 1933.
Während dieser Zeit hält er den Wandel der wilhelminischen Metropole ausdrucksvoll in
Zeichnungen fest. Seine Motive findet er auf Streifzügen durch die Straßen sowie bei
Besuchen von Cafés, Bars, Theatern und Zirkusveranstaltungen. Mit spitzer Feder schildert
er alle Facetten des Großstadtlebens, das des "spießigen" Bürgertums wie auch das der
"dunklen Halbwelt". Dabei will er den moralisch entlarvenden und verallgemeinernden Kern
seiner Arbeiten nicht als Karikaturen im herkömmlichen Sinne verstanden wissen, denn er
zeichnet sie nicht mit einem Augenzwinkern, sondern mit bitterem Ernst und voller Wut.
Nicht unterhalten will er, sondern aufrütteln.
Dies tut Grosz, indem er seinem Blick hinter die Fassade des menschlichen Treibens einen
subtilen Ausdruck verleiht.
So auch bei der hier vorgestellten Darstellung eines
anscheinend geselligen Beisammenseins. Die Szenerie ist treffsicher mit wenigen Strichen
wiedergegeben: die Physiognomien und spontanen Bewegungen, die Körpersprache und das
Mienenspiel der Akteure und nicht zuletzt die räumliche Umgebung. Dass hier kein fröhlich
ausgelassenes Vergnügen beschrieben wird, zeigen die zu Fratzen verzerrten Gesichter der
drei Tänzer. Vom Alkohol derartig berauscht, taumeln die beiden Männer schwankend umher,
während die Frau scheinbar in ekstatische Bewegungen verfällt.
Die von ihnen ausgehende Dynamik "ergreift" den gesamten (Bild-)Raum, so dass alles aus
den Fugen gerät und damit außer Kontrolle ist. Der besondere Reiz dieser Federzeichnung
besteht in der Konzentration auf den flüchtigen Moment ohne erzählerischen Kontext, wobei
trotz der Skizzenhaftigkeit das Wesentliche herausgefiltert ist. Das Blatt ist ein
wunderschönes Beispiel für Grosz' scharfe Beobachtungsgabe und seine überlegene
Beherrschung der graphischen Technik. Beide Eigenschaften weisen ihn als einen der
bedeutendsten Zeichner des 20. Jahrhunderts aus.
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322. Moderne Kunst / Zeitgenössische Kunst,
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