1930 Wendorf -
Moderne Kunst / Zeitgenössische Kunst
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June 6, 2013,
lot
223
Estimate: € 20.000
Result: €
77.400
(incl. premium)
Uecker, Günther
1930 Wentdorf
Modell zu einem kinetischen Nagelobjekt. 1970. Nägel auf Holzplatte(?) mit Leinen überzogen, weiß gefasst, montiert in einem Kasten aus festem Karton, 26,3 x 22,5 x 5,8cm.
Provenienz:
Architekturbüro Egon Eiermann
Privatsammlung Bad Honnef
Das Modell wurde von Günther Uecker 1970 angefertigt und diente als Vorlage für eine
Supraporte im ehemaligen Abgeordnetenhaus des Deutschen Bundestages ("Langer Eugen") in
Bonn. Die Supraporte wurde 1970 im Auftrag des Architekten Egon Eiermann im Sitzungssaal
2109 ausgeführt, wo sie bis heute zu sehen ist.
Die Authentizität der vorliegenden Arbeit wurde von Günther Uecker bestätigt und liegt in
handschriftlicher Form vor.
"Ueckers bildnerisches Werk ist weitgehend bestimmt vom "Nagel", den er seit 1957 als sein
charakteristisches persönliches Darstellungsmittel benutzt. Das genagelte Bild ist
zunächst zu sehen als Antithese zum gemalten Bild. Als starr ausgerichtetes, industriell
geformtes Verarbeitungsmaterial ist der Nagel zur "subjektiven Geste" des Pinselstrichs
nicht fähig. Mögliche Variationen der Gestaltung ergeben sich allein aus der verschiedenen
Anordnung der Nägel - und auch diese hat Uecker bewusst eingeschränkt.
[...] In ihrem
Wesen [...] sind Ueckers Nagelbilder und -objekte bestimmt von der Intention, die
Subjektivität der informellen Kunst zu überwinden, zu objektiven "Strukturen" vorzustoßen.
Mit dem Wort "Struktur" ist dabei ein Schlüsselbegriff angesprochen." (Zit. aus:
Ausst.-Kat. Günther Uecker, Bilder und Objekte. Das zeichnerische Frühwerk, Prägedrucke,
Prägestöcke und Frottagen, Figurinen und Bühnenbildentwürfe zum "Parsifal", Staatsgalerie
Stuttgart, S. 15). Mit seinen Objekten, die sich auf Licht, Dynamik, Raum, deren
Wechselwirkungen, Kombinations- und Variationsmöglichkeiten konzentrieren, wendet er sich
auch der kinetischen Kunst zu. Die vorliegende Arbeit ist ein Modell zu einer kinetischen
"Lichtscheibe", die im Zuge eines Kunst-am-Bau-Auftrages 1970 realisiert wurde. Neben
Günther Uecker wurden weitere Künstler, darunter HAP Grieshaber, Norbert Kricke, Georg
Meistermann, Emil Schumacher, von dem zuständigen Architekten Egon Eiermann beauftragt,
vor allem aus der Renaissance und dem Barock bekannte Supraporten - also Flächen oberhalb
von Türen - zu gestalten, die in neun Sitzungssälen des ehemaligen Abgeordnetenbüros
realisiert wurden. Seit den frühen 1960er Jahren widmet sich Uecker immer wieder dem
Element der "Lichtscheibe" in unterschiedlichen Ausführungen. Die Arbeit in Bonn ist die
einzige uns bekannte öffentlich verbaute "Lichtscheibe". Sie beeindruckt durch ihre Größe
und Qualität. Die in der Mitte platzierte benagelte Holzscheibe wird von einem Motor
betrieben. Durch eine seitliche Lichtbestrahlung der rotierenden Nagelfläche, ergibt sich
ein faszinierendes Schattenspiel, das sich kontraststark vom strengen Duktus der
Installation abhebt. Das vorliegende Modell gibt den Grundgedanken dieser Arbeit in stark
verkleinerter Größe sehr anschaulich wieder.
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322. Moderne Kunst / Zeitgenössische Kunst,
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