1931 Lollar
Moderne + Zeitgenössische Kunst
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November 26, 2014,
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MACK, HEINZ
1931 Lollar
"Flügel im Lichtfeld". 1964/1984. Objektkasten (Holz, Aluminium, Farbe, bearbeitetes Plexiglas). 142,5 x 102,5 x 8,5cm. Signiert und datiert unten links: Mack 64, Flügel im Lichtfeld, Mack 84.
Provenienz:
Privatsammlung (direkt vom Künstler erwoben)
"Am Anfang stand ZERO. Zusammen mit Otto Piene und Günther Uecker [.] hatte Heinz Mack die
"Stunde Null" angekündigt. Der Name ZERO war Programm, mit dem die Nachkriegskunst in
Deutschland verändert werden sollte. [.] Die Künstler hatten Träume, Erwartungen und
Hoffnungen auf eine dynamisierte Welt, die sich am Fortschritt orientiert. [.] In ihrem
neuen künstlerischen Selbstverständnis gaben sie die Bildkompositionen zugunsten der
reinen Struktur auf, um sowohl ihre Auseinandersetzung mit Farbe, [.] als auch mit der
Dynamik der Bildfläche, anstelle der traditionellen gestischen Malerei voranzubringen. [.]
Dessen Durchsetzung machte Heinz Mack zum Grundsatz seiner künstlerischen Utopien und
begriff es als seine Aufgabe, Natur, Umwelt und Technik in der Kunst zusammenzuführen. In
der Publikation ZERO 2, die Heinz Mack und Otto Piene im Jahr 1958 herausgaben, beschreibt
Heinz Mack seine Utopie. Es geht ihm um das Sichtbarmachen der Bewegung des Lichts, um
seine Vibration im Kunstwerk und die Entmaterialisierung des Gegenständlichen: 'Obwohl es
scheinen mag, dass ich meine Arbeit ausschließlich dem Licht gewidmet habe, muss ich
jedoch erklären, dass es stets allein meine Absicht war und immer noch ist, Gegenstände zu
machen, deren Erscheinungsweise immateriell ist.
' " (Knicker, Katja: Von der Utopie zur
Wirklichkeit, in: Heinz Mack - Zwischen den Zeiten, Dortmund 2012, S. 95)
1960 beginnt Heinz Mack mit verschiedenen Material- und Oberflächenstrukturen zu
experimentieren. Durch Verwendung industrieller, transparenter und reflektierenden
Materialien entstehen die ersten dreidimensionalen Objekte, die die Lichtreflexion
steigern und so zur immateriellen Lichterscheinung werden. Ein immer wiederkehrender
Werkstoff im frühen Werk von Heinz Mack ist das sogenannte "honeycomb" - ein
Aluminiumgitter, das für die Luft- und Raumfahrt entwickelt wurde. Die ähnlich den
Bienenwaben geformte Struktur lässt sich per Hand ziehen und raffen, so dass sich mit
geringem Aufwand zarte Gebilde formen lassen, die das Licht aufblitzen, vibrieren und
flimmern lassen. Diese Gebilde werden von Heinz Mack als Flügel oder Fächer bezeichnet. In
der vorliegenden Arbeit wurde die untere Gitterhälfte des Lichtflügels zusammengedrückt
und die obere Hälfte auseinander gezogen, wodurch ein pflanzenähnlicher Eindruck entsteht.
Die Gitterstruktur erinnert an Blattadern. Das bearbeitete Metall der Rückwand nimmt die
Kontur des Flügels in verschiedener Weise wieder auf, so dass sich je nach Lichteinfall
die Strukturen aufzulösen scheinen. Der reflektierende Hintergrund wirft das einfallende
Licht durch die Netzstrukturen hindurch zurück und verstärkt dadurch den Effekt des
materiell nicht greifbaren.
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