Europäisches Kunstgewerbe
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November 13, 2019,
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PAAR GIRANDOLEN UND DIE JARDINIERE AUS DEM "HOCHZEITSZUG".
KPM. Berlin.
Meister/Entwerfer: Modelle A. Amberg, um 1908-10.
Material: Porzellan, weiß und vergoldete Bronze.
Beschreibung: Sechsflammige Girandolen über leicht gewölbten, mit reliefierten Muscheln dekorierten Rundfüßen. Schäfte in Form von stilisierten Palmenstämmen, die nach oben hin in Blättern auslaufen und mit Dattelbündeln besetzt sind. Sie werden bekrönt von den, je auf einer Blüte knienden Figuren eines Mädchens, bzw. eines Knaben, die von den Dattelfrüchten naschen. Die sechs geschwungenen Bronzearme der Leuchter erwachsen oberhalb der Palmblätter aus dem Schaft und enden in aufgesetzten Tüllen und Traufschalen aus Porzellan. Die Leuchter wurden im Oktober 1908 im Modellbuch der KPM unter der Nummer 9027 c und dem Künstlernamen Amberg verzeichnet.
Jardiniere mit ovaler Form auf vier volutenartigen Füßen. Die Wandung mit durchgehendem Relief, das die Gestaltung der Girandolenschäfte wieder aufgreift. Sie bildet in der gedachten Aufstellung des Tafelaufsatzes den Mittelpunkt des Ensembles.
Maße: Höhe Girandolen: 59/60cm, Maße Jardiniere: 14x68x26cm.
Marke: Zeptermarke, ein Leuchter geprägt 8.
Zustand zweimal A und einmal C, eine Leuchtertülle ersetzt.
Provenienz:
Privatsammlung Hessen
Literatur:
- Von Treskow, Irene: Der Hochzeitszug von Adolph Amberg, in: Das Kronprinzensilber, Ausst. Kat. Berlin 1982, S. 20-23.
- Bröhan-Museum, Berlin (Hrsg.): Porzellan. Kunst und Design 1889 bis 1939. Vom Jugendstil zum Funktionalismus, Berlin 1996, vgl. S. 21f., 122f.
Nach Beendigung seiner Studienzeit in Berlin und Paris arbeitete Amberg, neben seiner Tätigkeit als freier Bildhauer, bei der Firma P. Bruckmann & Sohn in Heilbronn. Im Rahmen seiner dortigen Tätigkeit als Metallkünstler, gelangen ihm erste Erfolge mit Entwürfen wie einer 3,20m hohen Silberfontäne, dem "Brunnen der deutschen Musik", die er gemeinsam mit Otto Rieth für die Pariser Weltausstellung von 1900 entwarf oder dem Auftrag für das neue Aachener Ratssilber im Jahr 1903.
Nach einem einjährigen Romaufenthalt ließ Amberg sich in Berlin nieder, wo er 1904 anlässlich der Hochzeit des deutschen Kronprinzen, den Hochzeitszug entwarf. In undatierten, anscheinend privaten Aufzeichnungen des künstlerischen Direktors der KPM, Theo Schmuz-Baudiß, findet sich eine sarkastische Bemerkung bezüglich der Ablehnung von Ambergs Entwürfen: Ihrer Majestät der Kaiserin deuchten nämlich diese Figuren zu nackt zu sein. Auch der Knabe und das Mädchen, die die beiden Girandolen bekrönen tragen keine Kleidung. Sie stehen für die Generationenfolge im deutschen Kaiserhaus.
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