1928 Laasphe/Westfalen -
Moderne + Zeitgenössische Kunst
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PIENE, OTTO
1928 Laasphe/Westfalen - 2014 Berlin
Titel: Rasterbild.
Datierung: 1959/60.
Technik: Öl auf Leinwand.
Maße: 80 x 100cm.
Bezeichnung: Signiert und datiert verso: Piene (eingekreist) 59/60.
Rahmen/Sockel: Modellrahmen.
Provenienz: Privatsammlung Süddeutschland
Der Künstler Otto Piene beginnt nach dem Zweiten Weltkrieg sein Kunststudium an der Akademie in München. Zwei Jahre später wechselt er an die Düsseldorfer Kunstakademie, wo er bis 1953 eingeschrieben ist. 1958 gründet Otto Piene zusammen mit Heinz Mack die Düsseldorfer Künstlergruppe ZERO, der sich auch Günther Uecker anschließt. Die ZERO-Künstler distanzieren sich mit einer neuen Bild- und Formensprache zunehmend von der expressiven Gestik der informellen Malerei und fordern eine Kunstform, die der modernen Wirklichkeit in all ihrer Komplexität gerecht werden würde. Sie verwendeten bewusst eine Licht erfüllte, monochrome Bildsprache. Bereits Mitte der fünfziger Jahre beginnt Piene, sich künstlerisch mit dem Element Licht auseinanderzusetzen. Pienes erste Rasterbilder entstehen 1957. Die Rasterbilder entstehen, indem der Künstler die Ölfarbe durch Rastersiebe auf die Leinwand drückt, die er durch das Herausschlagen von Löchern mit Hilfe von Locheisen herstellt.
Je nachdem, welche Siebe verwendet werden, ergeben sich die unterschiedlichsten Strukturen auf dem monochromen Bildträger. Um den Bildraum zu dynamisieren, in Schwingungen und Vibration zu versetzen, arbeitet der Künstler meist mit Farben, die besonders gut reflektieren - wie Weiß, Gelb, Silber und Gold - und zudem einen hohen Licht- bzw. Energiewert haben. (Aus: Otto Piene. Retrospektive1952 - 1996, hrsg. von Kunstmuseum Düsseldorf (Ausst.-Kat., Düsseldorf, 25.05. - 11.08.2011), Düsseldorf 1996, S. 51). Die Bildkomposition wird in den Rasterbildern durch Struktur ersetzt, die nach Otto Piene das Bild optisch in Bewegung versetzen kann: "Die Reinheit des Lichts, die die reine Farbe schafft, die wiederum Ausdruck des reinen Lichts ist, erfasst den ganzen Menschen mit ihrem Kontinuum des Flutens, des rhythmischen Hin - und Herströmens zwischen Bild und Betrachter, das unter bestimmten formalen Bedingungen zum zwingenden Pulsschlag, zu einer totalen Vibration". (Zit. aus: Otto Piene, in The Times Supplement, London 1964, o.p.).
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