Verreries Schneider, 'Le Verre Français'

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Die Familie Schneider flieht mit den drei Kindern Ernestine, Ernest und dem jüngsten Charles 1871 aus dem deutschbesetzten Elsass-Lothringen in die Nähe von Nancy.

Die Brüder Charles (ab 1898) und Ernest finden beide eine Anstellung bei der damals bereits erfolgreichen Manufaktur Daum.

Charles, im kreativen Bereich tätig, absolviert dort eine praktische Ausbildung im Atelier für Gravur und dekorativer Gestaltung und erhält Unterricht von Henri Berger im Zeichnen und Modellieren. Bis 1904 besucht er zudem die "Ecole des Beaux-Arts" von Nancy und anschließend ab 1904 die "Ecole nationale des Beaux-Arts".

Aus dieser Zeit fertigt er eigene Stücke zunächst aus Bronze. Mit Hilfe von Antonin Daum erhält er ab 1905 das Ausbildungsstipendium der Stadt Nancy.

Sein älterer Bruder Ernest hingegen schafft es vom einfachen kaufmännischen Angestellten schließlich bis in die Führungsebene des Unternehmens. Seine Qualifikationen liegen im Bereich Geschäftskorrespondenz, Verkauf und Export.

Warum genau die Brüder die Firma Daum verlassen haben ist unklar.

Jedenfalls kaufen die Brüder 1913 in Paris eine Glashütte und gründen als Aktiengesellschaft das Unternehmen "Verreries Schneider". Mit Beginn des ersten Weltkrieges wird die Firma wieder geschlossen, um sie 1917 mit Hilfe von Investoren neu zu eröffnen. 1922 gewinnen die Brüder schließlich auch die Mehrheit der Firma wieder zurück.

Durch die Herstellung und Vermarktung von Gebrauchsglas und die damit konstanten Umsätze schaffen sie sich die komfortable Situation sich mehr der Produktion von Kunstglas zu widmen.

In diesem Bereich entstehen in der Folge zwei verschiedene Linien: "Schneider" (umfasst hauptsächlich Stücke mit Farbglaspulver zwischen zwei farblosen Farbschichten wie bspw. Die Serien "Jades" und die charakteristischen "Coupes") und "Le Verre Français" (Vasen mit Dekor im Säureätzverfahren).

Die erfolgreichste Phase der Manufaktur beginnt ab etwa 1925. Trotz der ab 1927 künstlerisch weniger anspruchsvollen Serien steigt die Manufaktur zur erfolgreichsten Glashütte Frankreichs auf.

Fast alle Entwürfe stammen von Charles Schneider selbst, er suchte sogar zu jedem Dekor die passende Vasenform aus. Seine künstlerischen Wurzeln liegen zwar im Jugendstil, jedoch hat er lediglich die Motivwelt aus Flora und Fauna mit in seine Entwürfe übernommen. Die Firma produziert zur Blütezeit des Art Deco und so chrakterisieren auch die Stücke Schneiders eine extreme Stilisierung und Neugestaltung des Dekors. Revolutionär ist damals die Verwendung kräftiger bunter Farben. Charles Schneider bricht mit der Vergangenheit und prägt unter den französischen Glashütten den spezifischen Stil des Art Deco wohl am deutlichsten.

Der Börsenkrach 1929 in New York bringt jedoch die Wende der gut laufenden Manufaktur. Da das Unternehmen hauptsächlich ins Ausland, sprich Amerika exportiert verzeichnet die Firma letztlich zu starke Umsatzeinbußen. Der Kundenstamm bricht von heute auf morgen ein und die Firma muss letztlich Konkurs anmelden.

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