1867 Twer/Moskau -
Moderne Kunst / Zeitgenössische Kunst
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June 6, 2013,
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344
Estimate: € 125.000
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161.250
(incl. premium)
Jawlensky, Alexej
1867 Twer/ Moskau - 1941 Wiesbaden
"Frühlingswind und Wiesen". Ca. 1916. Öl auf Malkarton auf Karton kaschiert (43,5 x 33,5cm). 34 x 25,7cm. Monogrammiert unten rechts: A.J. Verso bezeichnet: KAT 49, Blumenwiese, 68, Dr. Guradze mit Adressangabe, A.v. Jawlensky, Stilleben: Titel: Frühlingswind und Wiesen 1916. Sowie zwei Aufkleber mit technischen Angaben. Rahmen.
Provenienz:
Dr. Guradze, Wiesbaden (direkt vom Künstler erworben)
Marianne Feilchenfeldt, Zürich
Selected Artists Galleries, New York (Aufkleber)
Privatsammlung New York
Hauswedell & Nolte 1985, Los 259, Abb. 8
Galerie Neher, Essen (Aufkleber)
Privatsammlung
Ausstellungen:
Kunsthalle Bern, 1957, Nr. 61
Galerie Beyeler, Basel 1957, Nr. 52, Abb.
Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf 1957, Nr. 69, Abb.
Hamburger Kunstverein, 1957, Nr. 69, Abb.
Württembergischer Kunstverein, Stuttgart 1958, Nr. 74, Abb.
Städtische Kunsthalle, Mannheim 1958, Nr. 74, Abb.
Stephen Silagy Galleries, Los Angeles 1958, Nr. 6, Abb.
Redfern Galleries, London 1960, Nr. 23
Galerie Neher, Essen 1987, Abb. S. 43
Galerie Neher, Essen 1988/99, Abb. auf dem Titelblatt und S. 61
Casa Rusca, Locarno/Kunsthalle Emden 1989/90, Kat.
-Nr. 69, Farbabb. S. 121 (nicht
ausgestellt)
Literatur:
Jawlensky, Maria/Pieroni-Jawlensky, Lucia/Jawlensky, Angelica: Alexej von Jawlensky -
Catalogue Raisonné of the Oil Paintings, Volume Two 1914-1933, Wvz.-Nr. 855 mit Abb.
Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zwingt Alexej Jawlensky, Deutschland zu verlassen und
in die Schweiz zu emigrieren. Nach kurzer Zeit beginnt er hier eine äußerst produktive
Schaffensphase, in der er vehement seinen künstlerischen Weg hin zur Abstraktion verfolgt.
Schritt für Schritt reduziert er die Formen des Motivs auf ein Grundmuster, innerhalb
dessen er einzelne Komponenten immer neu wandelt und kombiniert. Am Ende dieser
Entwicklung gelangt er zu einer drastischen Sparsamkeit der malerischen Mittel und befreit
sich völlig von der gegenständlichen Darstellungsweise.
Während seines Aufenthaltes in St. Prex am Genfer See von 1914 bis 1916 malt Jawlensky das
kleine Gemälde "Frühlingswind und Wiesen", das verstreute, nicht näher beschriebene
farbenfrohe Blüten zeigt. Die Bildgestaltung veranschaulicht, wie weit der Künstler schon
zu dieser Zeit in die Abstraktion vorgedrungen ist: Der Bildaufbau ist stark vereinfacht.
Die Farben sind dünn auf den Karton aufgetragen, sodass der Malgrund immer wieder hervor
scheint. Die Halt gebenden Konturen sowie die räumlichen Angaben sind verschwunden. Die
derart losgelösten Farbformen scheinen zu schweben, wobei sie sich zu einem ovalen
Bewegungsfluss zusammenfinden. Diese Dynamik wird durch die kontrastreiche Farbgebung noch
gesteigert. Nichts Dramatisches geht von der leichten und lockeren Komposition aus. Man
kann sich dem Eindruck nicht erwehren, als könne man miterleben, wie der Frühlingswind die
bunten Blüten empor wirbelt, um sie dann davon zutragen.
Jawlensky selbst bezeichnet das Gemälde als Stillleben (Casa Rusca, Locarno/Kunsthalle in
Emden, S. 237). Unter den zur gleichen Zeit entstehenden Arbeiten dieses Sujets nimmt es
eine besondere Stellung ein. Denn nur selten hat er das Motiv derartig dargestellt - meist
zeigt er Blumen in Behältnissen, die oft mit anderen Gegenständen auf einem Tisch
arrangiert sind. Zudem weist die Kompositionsweise eine sehr nahe Verwandtschaft zu seinen
Landschaftsbildern, den "Variationen", auf, in denen er seine ganz persönliche Sichtweise
der erlebten Natur wiedergibt.
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322. Moderne Kunst / Zeitgenössische Kunst,
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June 6, 2013,
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344
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